Über das Cajon

 

 

Das Cajon gehört zur Gruppe der Membranophone. Membranophone sind Instrumente, deren Membran, die meist aus Tierhaut, Kunststoff oder eben wie beim Cajon aus Holz besteht, durch Schlagen oder Reiben in Schwingung versetzt wird. Es gibt grundsätzlich zwei voneinander verschiedene Typen von Cajones: Die, welche, wie z.B. Congas oder Djembes, von oben nach unten gespielt werden, wie z.B. in dem cubanischen Rumbastil Yambú, diese werden meist zwischen den Beinen gehalten. Und die, die von vorn nach hinten gespielt werden und auf welchen die Spielerin oder der Spieler sitzt. Bei diesen wiederum unterscheiden wir zwischen den peruanischen und den spanischen, oder anders gesagt zwischen denen mit Snare und ohne Snare. Äußerlich sind die beiden Typen identisch.

 

 

 

Das peruanische oder afro-peruanische Cajon entstand ursprünglich aus Holzkisten, die zum Transport oder zur Lagerung genutzt wurden, also aus Gebrauchsgegenständen. Wie sich ja ursprünglich die meisten Instrumente aus Gebrauchsgegenständen entwickelten. Es hat keine Saiten hinter der Schlagplatte, also keine Snare. Dokumentiert wurde das Cajon erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts. Es wurde wohl meistens zur Gitarrenbegleitung gespielt. Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde es bei der afro-peruanischen Bevölkerung populärer. Im Verlaufe der 1950er bis 1970er Jahre wuchs die Bedeutung des Cajons für die afro-peruanische Musik stetig. Zwei wichtige Percussionisten sind bzw. waren Nicomedes Santa Cruz (http://www.nicomedessantacruz.com/ingles/home.htm), der nicht nur Percussionist, sondern auch Sänger und Dichter war, sowie Ronaldo Campos, der 1969 die Gruppe Perú Negro mit dem Ziel gründete, das kulturelle Erbe der afro-peruanischen Bevölkerung zu bewahren. Ronaldo Caampos wird die Urheberschaft an vielen Cajon-Pattern zugeschrieben.

 

Das peruanische Percussionensemble besteht aus Cajon, Cajita, Quijada, Congas, Bongos sowie Glocken

 

 

 

 

 

 

 

In den 1970er Jahren war der Flamenco-Gitarrist Paco de Lucia auf der Suche nach einem modernen Klang im Flamenco. Um den Rhythmus zu markieren, wurde und wird im Flamenco geklatscht (span. Palmas). Die Pattern, die geklatscht werden, können komplex sein. Häufig klatschen zwei Palmeros (das sind die Musiker, die durch Händeklatschen den Rhythmus markieren) komplementäre Pattern. Darüber hinaus wurden bis Ende der 1960er Jahre im Flamenco keine Percussion-Instrumente gespielt.

 

Zum ersten Mal eingesetzt wurden sie 1969 auf dem Album „En Latinoamerica“. Im Jahr 1973 veröffentlichte er das Album „Fuente y Caudal“. Auf diesem Album wurden auf dem berühmten Stück „Entre dos Aguas“ Bongós gespielt. Im Laufe der folgenden Jahre arbeitete Paco de Lucia mit verschiedenen Percussionisten. Im Jahr 1978 schließlich stellte er eine Band zusammen, in der u.a. der brasilianische Percussionist Rubem Dantas spielte. Diese Band unternahm eine ausgedehnte Welttournee. Bei dem Konzert, das sie in Lima gaben, spielte ebenfalls die peruanische Sängerin Chabuca Granda mit ihrer Gruppe. Elektrisiert und fasziniert vom Klang des Cajons, wollte Paco es dem Cajonéro nach dem Konzert abkaufen.

 

Auf diesem Weg kam das Cajon nach Europa, und hatte sofort einen großen Einfluss auf die Flamenco-Szene.

 

Wer auch immer auf die Idee gekommen war, Saiten hinter die Membran zu spannen, ob Rubem Dantas oder Paco de Lucia, es ist unbekannt. Neu allerdings war die Idee nicht. Es gibt einige Percussion-Instrumente hinter deren Membran Saiten gespannt sind, z.B. die marokkanische Bendir oder die brasilianische Caixa, die ja quasi eine Snare Drum ist, bloß etwas einfacher gebaut.

 

Im Jahr 1981 erschien das Album „Solo Quiero Caminar“ von Paco de Lucia. Auf diesem Album war zum erstenmal eine Cajon zu hören, gespielt von Rubem Dantas.

 

Besonders in Spanien gibt es Cajoneros, die eine beeindruckende Virtuosität an ihrem Instrument erreicht haben. Besonders zu nennen sind hier Piraña, Paquito Gonzalez, Bandolero, Cepillo und viele mehr.

 

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