Cajón ist das spanische Wort für Kiste. Wenn über Cajónes gesprochen wird, so sind meist die peruanischen (Cajón peruano) gemeint. Außer den peruanischen gibt es auch kubanische Cajónes. Spezifisch für alle Cajónes ist, anders als bei anderen Handtrommeln, daß auch die Schlagfläche und nicht nur der Kessel oder Korpus aus Holz besteht. Was die peruanischen aber von den cubanischen unterscheidet ist, daß bei den peruanischen der Spieler auf dem Instrument sitzt, während er sich bei den cubanischen die Trommel zwischen die Beine klemmt. Als Folge davon befindet sich das Schallloch bei dem aus Peru hinten und bei dem kubanischen unten.
Den afrikanischen Sklaven war das Spielen ihrer traditionellen Trommeln verboten worden, also nahmen sie sich Fisch- oder Obstkisten als Ersatz. Auf Kuba werden die Cajones in einem Rumbastil, nämlich Yambú, gespielt.Während die Cajónes auf Kuba überwiegend, wie die meisten Trommeln, von oben nach unten gespielt werden, werden sie in Peru von vorn nach hinten gespielt. Daß peruanische Cajón hat ursprünglich keine Saiten oder einen Teppich, so daß ein raschelnder oder Snaredrumähnlicher Klang nicht erzeugt werden kann.
Mitte der 70er Jahre befand sich der berühmte Flamencogitarrist Paco de Lucia mit seiner Band in Peru. Der Peruanische Kulturminister schenkte dem Percussionisten de Lucias eine Cajon. Der Percussionist modifizierte die Cajon, indem er hinter die Schlagplatte Gitarrensaiten spannte und so hielt das Cajon Einzug in die Flamencomusik.
Dadurch, daß auf einem Cajon ein Schlagzeug gut imitiert werden kann, hat es in den letzten Jahren Einzug in viele Musikstile gehalten. Besonders ist es für ruhige und unverstärkte Musik geeignet. Die Weiterentwicklung des Cajons ist in den letzten Jahren sehr vorangeschritten. Es gibt Cajones aus vielen verschiedenen Holzarten und aus Kunststoff, es gibt sie aus Furnier und aus Massivholz, mit Saiten oder mit Spiralen, ähnlich wie der Teppich bei einer Snaredrum. Auch ist die Zahl der Hersteller enorm gewachsen.